JPG vs. RAW: ein Generationskonflikt?
Dieser Artikel ist zunächst eine Antwort auf den Artikel "JPG vs Raw: Get it Right the First Time" von Ken Rockwell. Angeregt wurde ich zu diesem Artikel durch einen Artikel von Volker Weber.
Es ist aber zugleich auch ein längerer Wunsch von mir, etwas zu diesem Thema zu schreiben - auch weil viele Freunde ausschließlich JPG fotografieren und ich nicht verstehe warum.
Es ist aber zugleich auch ein längerer Wunsch von mir, etwas zu diesem Thema zu schreiben - auch weil viele Freunde ausschließlich JPG fotografieren und ich nicht verstehe warum.
Ich beginne mit ein Vorurteil:
JPG-Bilder sind so, wie sie "die Kamera gesehen hat", während RAW-Aufnahmen bearbeitet werden (müssen) und daher nicht unbedingt "die Realität" wiedergeben.
Tatsache ist, daß alle Bilder bearbeitet sind. Die Kamera hat eine eingebaute Bildbearbeitungssoftware (Ken glaubt, die JPG-s werden per Hardware erzeugt. Das ist natürlich Unsinn. Es ist eine Software in der Kamera). Wer JPG aufnimmt, veranlaßt die Kamera zur Bildbearbeitung, wer RAW aufnimmt, muß die Bearbeitung selbst durchführen. Das ist der einzige Unterschied. Bearbeitet sind die Bilder in jedem Fall.
Insofern sind Bilder immer eine "Interpretation" der Wirklichkeit. Die Frage ist nur, wer die Interpretation durchführt: der Fotograf oder die Kamera.
Die Kamera nimmt immer im RAW-Format auf. Diese RAW-Daten, die die Kamera (mehr oder weniger) direkt vom Sensorchip ausliest, werden bei JPG-Einstellung mit Hilfe der eingebauten Software in ein JPG umgewandelt und die RAW-Daten danach gelöscht. Die JPG-Umwandlung basiert auf den während der Aufnahme(!) eingestellten Parametern für Farbintensität, Kontrast, Schärfe, Rauschoptimierung, Filter, Weißabgleich etc.
Bei der Aufnahme im RAW-Format speichert die Kamera die original Chipdaten auf dem Speicherchip. That's ist. Für Weißabgleich, Farben, Kontrast, Schärfe etc. muß der Fotograf später in der Bildbearbeitung selbst sorgen. Oder besser: darum kann sich der Fotograf später selbst kümmern.
Wenn ein JPG einmal erzeugt ist, kann der Fotograf Schärfe, Kontrast, Farbintensität etc. nicht mehr (bzw. kaum noch) ändern. JPG-s sind das, was zu analogen Zeiten die Abzüge waren. RAW-s sind das, was zu diesen Zeiten die Negative waren. Wer wäre damals auf die Idee gekommen, die Negative wegzuwerfen?
Nunja, ganz stimmt der Vergleich vielleicht nicht. Negative wurden bei den meisten Bildern ausschließlich dafür benutzt, ein Foto zu reproduzieren. Das ist tatsächlich bei einem JPG nicht mehr notwendig, denn es ist ja eine Datei auf dem Rechner, die man beliebig oft ohne Qualitätsverlust kopieren kann. Aber Negative wurden auch früher dazu verwendet, unterschiedliche Arten von Abzügen zu erstellen. Beim Belichten eines Negatives wurden diverse Tricks angewendet, um bestimmte Effekte im belichteten Bild zu erzeugen. Und genau das ist heute die Rolle, die RAW-s übernehmen. Insofern stimmt der Vergleich dann doch weider: Ein RAW kann im Rechner in beliebigen Variationen "entwickelt" werden: als Schwarz-Weiß-Bild, mit intensiven oder blassen Farben, mit mehr oder weniger Kontrast, etc. Es ist z. B. durchaus sinnvoll, das Bild je nach Ausgabemedium anders zu bearbeiten: bei gedruckten Bilder wird in der Regel die Schärfe und der Gammawert gegenüber der Bildschirmausgabe erhöht. Bei JPG-s ist das nicht mehr (ohne Verluste) möglich.
RAW-s sind die Basis, aus der JPG-s entstehen. Entweder einmalig und unveränderbar in der Kamera, oder beeinflußt durch den Fotografen in beliebig vielen Variationen im Rechner.
Natürlich kann man auch JPG-s im nachhinein bearbeiten. Aber:
Ken sieht das als großen Nachteil:
UPDATE: Das ist wohl eine Fehlinterpretation von mir. Vermutlich stammt der Artikel aus dem Jahr 2004. Obwohl, der Artikel beginnt mit "A big problem in 2008 is ..." ... Eine Neuauflage ohne Review?
Tatsache ist, daß eine 16 GB Karte heute etwa 100 EUR kostet. Auf so einer Karte kann ich etwa 1.000 Bilder im RAW-Format aufnehmen. Mehr als genug für 98% aller meiner Fotosessions (und bei den anderen hatte ich meinen Notebook dabei).
Im Ernst: da geben die meisten Fotografen 4-stellige Beträge für ihre Ausrüstung aus, und fotografieren in JPG, weil ihnen 100 EUR für die Speicherkarte zu teuer ist?
Kein wirkliches Argument.
Wer diese 3 Minuten Zeit nicht hat, sollte vielleicht Rennfahrer werden, aber nicht Fotograf.
Kein wirkliches Argument.
Aber es stimmt: wer JPG fotografiert, kann nach der Aufnahme seine Bilder sofort auf CD brennen und fertig. Wer in RAW fotografiert, hat nach der Fotosession noch eine Menge Arbeit vor sich, bis eine CD entsteht.
Mir persönlich ist jedes Bild wichtig. Ich möchte jedes Bild so optimal wie möglich produzieren. Und das geht faktisch nur im RAW-Format. Ja, das kostet ein wenig Zeit. Wer die nicht hat, sollte JPG aufnehmen.
Ken behauptet, er (oder sein Freund) hätte Bilder verkauft, die er in JPG aufgenommen hat. Meine Erfahrung ist, daß Agenturen die Bilder ohnehin nachbearbeiten. Vermutlich auch Ken-s. Und vermutlich hätten sie sich gefreut, wenn sie die Bilder verlustfrei und hochaufgelöst als RAW oder TIFF erhalten hätten ...
Aber wovon sprechen wir hier? Von Archivierung. Wer es möchte, kann seine Bilder nach der RAW-Bearbeitung ohne Probleme als JPG auf eine CD brennen und archivieren. Dann hat er bezüglich Langlebigkeit das gleiche Resultat erziehlt, als hätte er von vorneherein JPG aufgenommen. Mit dem Unterschied, daß er zwischenzeitlich eine Chance hatte, das otpimale JPG zu erzeugen und zu archivieren. Besser ist es aber, man exportiert die RAW-s zur Archivierung in ein verlustfreies Standardformat wie TIFF oder DNG.
Die Tatsache, daß JPG zur Archivierung besser geeignet ist als RAW ist absolut kein Argument gegen Aufnahmen in RAW.
JPG-s haben die gleiche Qualität wie RAW-s ?
Ken:
Tatsache ist jedenfalls, daß RAW-s eine (mindestens) 12-bit Auflösung besitzen, während JPG-s 8 Bit auflösen.
Wie beschrieben werden JPG-s zur Aufnahmezeit in der Kamera erzeugt - auf Basis der zu diesen Zeit eingestellten Parameter für Farbe, Kontrast, Schärfe, Weißabgleich, Rauschbehandlung etc. Wer optimale Bilder (als JPG-s) erzeugen will (und wer will das nicht?), muß also vor jeder Aufnahme neben Brennweite, Blende, Belichtungszeit, ISO-Einstellung und ggfl. Helligkeit des Blitzes eine Vielzahl von "JPG-Parametern" in der Kamera justieren. Macht er einen Fehler, ist dies im Nachhinein nicht mehr zu ändern. Spontane Aufnahmen sind so nicht möglich. Will ich wirklich während der Aufnahme entscheiden, welcher Kontrast bei genau dieser Einstellung optimal ist? Ist es nicht eine extreme Erleichterung, wenn ich mir darüber während der Aufnahme keine Gedanken machen muß und diese Entscheidung in aller Ruhe später treffen kann? Wie schon gesagt, hängen die optimalen Werte für Kontrast, Schärfe etc. ja nicht nur vom Motiv ab, sondern auch vom Verwendungszweck (von denen es vielleicht auch mehrere geben kann), den ich zum Zeitpunkt der Aufnahme gar nicht kenne.
Dazu kommt, daß ich die Werte für die JPG-Erzeugung in der (meiner) Kamera in 7 Stufen (+/-3) einstellen kann, in der nachträglichen Bildbearbeitung kann ich diese nahezu stufenlos festlegen. Und die Anzahl der Einstellmöglichkeiten sind in der nachträglichen Bildbearbeitung natürlich wesentlich größer. Ich kann etwa die Sättigung nicht nur global, sondern für jede Farbe einzeln justieren.
Übrigens können die JPG-Parameter der Kamera nicht einfach per Knopf oder Rädchen schnell geändert werden. Für jeden einzelnen Parameter muß ich mich durch ein mehr oder weniger komplexes Menü hangeln.
Ich gehe daher mal davon aus, daß die "JPG-Fotografen" diese Einstellungen einmal vornehmen und dann niemals wieder ändern und alle Bilder mit den gleichen Einstellungen aufnehmen. Das ist dann alles andere als "Optimierung der Bildqualität", daß ist bestenfalls "Durchschnittsqualität aus Bequemlichkeit".
(Ich verwende übrigens Pixelmator statt Photoshop für diese Spezialbehandlungen. Ich sehe nicht ein, 1.000 EUR für eine Monopol-Software zu bezahlen, die ich zu 10% nutze).
Die Bewertung und Bearbeitung der Bilder ist für mich im übrigen Spaß. Ich freue mich nach einer Fotosession darauf, die Bilder zu sehen, zu bewerten und zu bearbeiten und das optimale daraus hervorzuzaubern.
Gute Fotos werden "produziert" und nicht geschossen.
Die "analogen" versuchen Ken-s Motto "Get it Right the First Time" zu folgen, während die "digitalen" wesentlich experimenteller an die Fotografie herangehen.
Die "analogen" verwenden Belichtungsmesser. Die "digitalen" machen ein paar Testfotos, um die optimale Belichtung zu bestimmen, und legen einfach los.
Die "analogen" machen 10 Fotos, wo die "digitalen" 100 Fotos schießen, um 10 davon zu behalten.
Die "analogen" sind stolz auf ihre "Quote": sie behalten 50-80% ihrer Fotos. Den "digitalen" ist die Quote egal, solange ein optimales Foto am Ende dabei ist.
Das klingt vielleicht so, als ob die "digitalen" drauf los schießen, ohne zu Denken. Das ist nicht so. Gute Fotos erfordern, daß man sich Gedanken über Licht, Perspektive, Objekt-Gestaltung, Hintergrund etc. macht. Man kann das nur ebenso auch experimentell machen: Foto, Kontrolle, paßt/paßt nicht, Perspektive/Brennweite/Gestaltung/Einstellung ändern, neues Foto ...
Die "analogen" halten sich für die "echten" Fotografen. Ich bin aber ein "digitaler" - und das ist gut so ;-)
JPG-Bilder sind so, wie sie "die Kamera gesehen hat", während RAW-Aufnahmen bearbeitet werden (müssen) und daher nicht unbedingt "die Realität" wiedergeben.
Tatsache ist, daß alle Bilder bearbeitet sind. Die Kamera hat eine eingebaute Bildbearbeitungssoftware (Ken glaubt, die JPG-s werden per Hardware erzeugt. Das ist natürlich Unsinn. Es ist eine Software in der Kamera). Wer JPG aufnimmt, veranlaßt die Kamera zur Bildbearbeitung, wer RAW aufnimmt, muß die Bearbeitung selbst durchführen. Das ist der einzige Unterschied. Bearbeitet sind die Bilder in jedem Fall.
Insofern sind Bilder immer eine "Interpretation" der Wirklichkeit. Die Frage ist nur, wer die Interpretation durchführt: der Fotograf oder die Kamera.
Die Kamera nimmt immer im RAW-Format auf. Diese RAW-Daten, die die Kamera (mehr oder weniger) direkt vom Sensorchip ausliest, werden bei JPG-Einstellung mit Hilfe der eingebauten Software in ein JPG umgewandelt und die RAW-Daten danach gelöscht. Die JPG-Umwandlung basiert auf den während der Aufnahme(!) eingestellten Parametern für Farbintensität, Kontrast, Schärfe, Rauschoptimierung, Filter, Weißabgleich etc.
Bei der Aufnahme im RAW-Format speichert die Kamera die original Chipdaten auf dem Speicherchip. That's ist. Für Weißabgleich, Farben, Kontrast, Schärfe etc. muß der Fotograf später in der Bildbearbeitung selbst sorgen. Oder besser: darum kann sich der Fotograf später selbst kümmern.
Wenn ein JPG einmal erzeugt ist, kann der Fotograf Schärfe, Kontrast, Farbintensität etc. nicht mehr (bzw. kaum noch) ändern. JPG-s sind das, was zu analogen Zeiten die Abzüge waren. RAW-s sind das, was zu diesen Zeiten die Negative waren. Wer wäre damals auf die Idee gekommen, die Negative wegzuwerfen?
Nunja, ganz stimmt der Vergleich vielleicht nicht. Negative wurden bei den meisten Bildern ausschließlich dafür benutzt, ein Foto zu reproduzieren. Das ist tatsächlich bei einem JPG nicht mehr notwendig, denn es ist ja eine Datei auf dem Rechner, die man beliebig oft ohne Qualitätsverlust kopieren kann. Aber Negative wurden auch früher dazu verwendet, unterschiedliche Arten von Abzügen zu erstellen. Beim Belichten eines Negatives wurden diverse Tricks angewendet, um bestimmte Effekte im belichteten Bild zu erzeugen. Und genau das ist heute die Rolle, die RAW-s übernehmen. Insofern stimmt der Vergleich dann doch weider: Ein RAW kann im Rechner in beliebigen Variationen "entwickelt" werden: als Schwarz-Weiß-Bild, mit intensiven oder blassen Farben, mit mehr oder weniger Kontrast, etc. Es ist z. B. durchaus sinnvoll, das Bild je nach Ausgabemedium anders zu bearbeiten: bei gedruckten Bilder wird in der Regel die Schärfe und der Gammawert gegenüber der Bildschirmausgabe erhöht. Bei JPG-s ist das nicht mehr (ohne Verluste) möglich.
RAW-s sind die Basis, aus der JPG-s entstehen. Entweder einmalig und unveränderbar in der Kamera, oder beeinflußt durch den Fotografen in beliebig vielen Variationen im Rechner.
Natürlich kann man auch JPG-s im nachhinein bearbeiten. Aber:
- JPG-s enthalten 3 mal 8 Bits je Pixel, während RAW-s 3 mal 12-16 Bit (je nach Kamera) je Pixel enthalten. Daher können RAW-s sehr viel feiner bearbeitet werden, als JPG-s.
- JPG-s sind komprimiert, enthalten also nicht alle Informationen der Aufnahme. Diese Kompression ist nicht verlustfrei. RAW-s sind in der Regel ebenfalls komprimiert, jedoch verlustfrei (bei der Bearbeitung wird ein RAW in der Bildbearbeitung ohne Datenverluste in der Regel in ein 16-Bit-TIFF umgeandelt)
RAW-s nehmen mehr Speicherplatz ein?
Ja, das ist so.Ken sieht das als großen Nachteil:
He had no idea he would shoot so much and his single 256MB card was filling up quickly.256MB. Als ich das las hat mich spontan interessiert, von wann der Artikel ist. Er ist vom Januar 2009.
UPDATE: Das ist wohl eine Fehlinterpretation von mir. Vermutlich stammt der Artikel aus dem Jahr 2004. Obwohl, der Artikel beginnt mit "A big problem in 2008 is ..." ... Eine Neuauflage ohne Review?
Tatsache ist, daß eine 16 GB Karte heute etwa 100 EUR kostet. Auf so einer Karte kann ich etwa 1.000 Bilder im RAW-Format aufnehmen. Mehr als genug für 98% aller meiner Fotosessions (und bei den anderen hatte ich meinen Notebook dabei).
Im Ernst: da geben die meisten Fotografen 4-stellige Beträge für ihre Ausrüstung aus, und fotografieren in JPG, weil ihnen 100 EUR für die Speicherkarte zu teuer ist?
Kein wirkliches Argument.
Zeit ist Geld.
It took a half hour to download the images from the 1 Gig flash cardEine halbe Stunde für 1GB? Das ist Polemik (selbst, wenn der Artikel aus 2004 stammt). Ich übertrage 8 GB (500 RAW-Bilder) in (gefühlten) maximal 3 Minuten. Und während der Übertragung auf den Rechner kann ich schon mit der Sichtung der ersten Bilder beginnen.
Wer diese 3 Minuten Zeit nicht hat, sollte vielleicht Rennfahrer werden, aber nicht Fotograf.
Kein wirkliches Argument.
Aber es stimmt: wer JPG fotografiert, kann nach der Aufnahme seine Bilder sofort auf CD brennen und fertig. Wer in RAW fotografiert, hat nach der Fotosession noch eine Menge Arbeit vor sich, bis eine CD entsteht.
Mir persönlich ist jedes Bild wichtig. Ich möchte jedes Bild so optimal wie möglich produzieren. Und das geht faktisch nur im RAW-Format. Ja, das kostet ein wenig Zeit. Wer die nicht hat, sollte JPG aufnehmen.
Ken behauptet, er (oder sein Freund) hätte Bilder verkauft, die er in JPG aufgenommen hat. Meine Erfahrung ist, daß Agenturen die Bilder ohnehin nachbearbeiten. Vermutlich auch Ken-s. Und vermutlich hätten sie sich gefreut, wenn sie die Bilder verlustfrei und hochaufgelöst als RAW oder TIFF erhalten hätten ...
RAW-s benötigen Spezial-Software
Ja, das stimmt.Raw files themselves don't go bad. What goes bad is that in 10 or 20 years, whatever software we're running on whatever sort of computer we'll be using may not be able to open a long-forgotten 20-year old proprietary file.Das Original-RAW-Format ist viellecht nicht das beste Format, Bilder zu archivieren. Wer weiß, ob in 20 Jahren noch die Software zur Verfügung steht, ein spezielles RAW-Format zu lesen. Das verbreitete JPG-Format kann sehr viel wahrscheinlicher auch in 20 Jahren noch gelesen werden.
Aber wovon sprechen wir hier? Von Archivierung. Wer es möchte, kann seine Bilder nach der RAW-Bearbeitung ohne Probleme als JPG auf eine CD brennen und archivieren. Dann hat er bezüglich Langlebigkeit das gleiche Resultat erziehlt, als hätte er von vorneherein JPG aufgenommen. Mit dem Unterschied, daß er zwischenzeitlich eine Chance hatte, das otpimale JPG zu erzeugen und zu archivieren. Besser ist es aber, man exportiert die RAW-s zur Archivierung in ein verlustfreies Standardformat wie TIFF oder DNG.
Die Tatsache, daß JPG zur Archivierung besser geeignet ist als RAW ist absolut kein Argument gegen Aufnahmen in RAW.
JPG-s haben die gleiche Qualität wie RAW-s ?
Ken:The quality is the same for almost all intents and purposes as rawDas entsprich zum Einen absolut nicht meinen Erfahrungen.
Tatsache ist jedenfalls, daß RAW-s eine (mindestens) 12-bit Auflösung besitzen, während JPG-s 8 Bit auflösen.
Wie beschrieben werden JPG-s zur Aufnahmezeit in der Kamera erzeugt - auf Basis der zu diesen Zeit eingestellten Parameter für Farbe, Kontrast, Schärfe, Weißabgleich, Rauschbehandlung etc. Wer optimale Bilder (als JPG-s) erzeugen will (und wer will das nicht?), muß also vor jeder Aufnahme neben Brennweite, Blende, Belichtungszeit, ISO-Einstellung und ggfl. Helligkeit des Blitzes eine Vielzahl von "JPG-Parametern" in der Kamera justieren. Macht er einen Fehler, ist dies im Nachhinein nicht mehr zu ändern. Spontane Aufnahmen sind so nicht möglich. Will ich wirklich während der Aufnahme entscheiden, welcher Kontrast bei genau dieser Einstellung optimal ist? Ist es nicht eine extreme Erleichterung, wenn ich mir darüber während der Aufnahme keine Gedanken machen muß und diese Entscheidung in aller Ruhe später treffen kann? Wie schon gesagt, hängen die optimalen Werte für Kontrast, Schärfe etc. ja nicht nur vom Motiv ab, sondern auch vom Verwendungszweck (von denen es vielleicht auch mehrere geben kann), den ich zum Zeitpunkt der Aufnahme gar nicht kenne.
Dazu kommt, daß ich die Werte für die JPG-Erzeugung in der (meiner) Kamera in 7 Stufen (+/-3) einstellen kann, in der nachträglichen Bildbearbeitung kann ich diese nahezu stufenlos festlegen. Und die Anzahl der Einstellmöglichkeiten sind in der nachträglichen Bildbearbeitung natürlich wesentlich größer. Ich kann etwa die Sättigung nicht nur global, sondern für jede Farbe einzeln justieren.
Übrigens können die JPG-Parameter der Kamera nicht einfach per Knopf oder Rädchen schnell geändert werden. Für jeden einzelnen Parameter muß ich mich durch ein mehr oder weniger komplexes Menü hangeln.
Ich gehe daher mal davon aus, daß die "JPG-Fotografen" diese Einstellungen einmal vornehmen und dann niemals wieder ändern und alle Bilder mit den gleichen Einstellungen aufnehmen. Das ist dann alles andere als "Optimierung der Bildqualität", daß ist bestenfalls "Durchschnittsqualität aus Bequemlichkeit".
Bildbearbeitung ist kompliziert (und man benötigt Photoshop)
Das ist natürlich Unsinn. Digitale RAW-Fotos werden von den meisten Fotografen von speziell dafür entwickelter Software bearbeitet und verwaltet. Populäre Programme sind Adobes Lightroom und Apples Aperture. Die Bearbeitung damit ist sehr schnell erledigt. Photoshop wird bestenfalls für Spzielaufgaben verwendet.(Ich verwende übrigens Pixelmator statt Photoshop für diese Spezialbehandlungen. Ich sehe nicht ein, 1.000 EUR für eine Monopol-Software zu bezahlen, die ich zu 10% nutze).
Die Bewertung und Bearbeitung der Bilder ist für mich im übrigen Spaß. Ich freue mich nach einer Fotosession darauf, die Bilder zu sehen, zu bewerten und zu bearbeiten und das optimale daraus hervorzuzaubern.
Gute Fotos werden "produziert" und nicht geschossen.
Generationskonflikt
Generell habe ich im Laufe meiner "Karriere" als Fotograf den Eindruck gewonnen, daß es große Unterschiede zwischen den Fotografen gibt, die früher analog fotografiert haben und jenen, die sofort digital gestartet sind.Die "analogen" versuchen Ken-s Motto "Get it Right the First Time" zu folgen, während die "digitalen" wesentlich experimenteller an die Fotografie herangehen.
Die "analogen" verwenden Belichtungsmesser. Die "digitalen" machen ein paar Testfotos, um die optimale Belichtung zu bestimmen, und legen einfach los.
Die "analogen" machen 10 Fotos, wo die "digitalen" 100 Fotos schießen, um 10 davon zu behalten.
Die "analogen" sind stolz auf ihre "Quote": sie behalten 50-80% ihrer Fotos. Den "digitalen" ist die Quote egal, solange ein optimales Foto am Ende dabei ist.
Das klingt vielleicht so, als ob die "digitalen" drauf los schießen, ohne zu Denken. Das ist nicht so. Gute Fotos erfordern, daß man sich Gedanken über Licht, Perspektive, Objekt-Gestaltung, Hintergrund etc. macht. Man kann das nur ebenso auch experimentell machen: Foto, Kontrolle, paßt/paßt nicht, Perspektive/Brennweite/Gestaltung/Einstellung ändern, neues Foto ...
Die "analogen" halten sich für die "echten" Fotografen. Ich bin aber ein "digitaler" - und das ist gut so ;-)
Oliver Regelmann 23:35 Uhr MESZ
Ich kenne ihn schon deutlich länger. Ich würde behaupten, dass ich ihn bereits 2004 gelesen habe, als ich meine erste DSLR bekam. archive.org kennt eine Version vom Januar 2004.
Schmidetzki 23:48 Uhr MESZ
Danke Oliver. Das erklärt die Aussage zum 256MB-Chip.
Vielleicht waren Ken's Argumente von 5 Jahren ja bedeutend. Gut, daß ich heute fotografiere ;-)
Andi 17:28 Uhr MESZ
Grundsätzlich kann ich Deine Gedanken bzgl. des perfekten Bildes nachvollziehen. Andererseits ist die Frage, ob in der Natur der digitalen Fotografen nicht auch liegt, dass diese später einen Haufen Bilder vor sich haben und gar nicht dazu kommen sie durchzugehen geschweige denn zu bearbeiten. So geht es mir z.B. oft. Entsprechend fotografiere ich aktuell in JPG. Schwarz/Weiss Malerei hilft in dem Fall natürlich nicht, aber es muss wohl jeder selbst wissen, ob ihm der Komfort wichtiger ist. Zudem hatte ich letzte irgendwo gelesen, dass die Bildprozessoren in aktuellen Digitalkameras (eine Unterscheidung zwischen Kompakt und DSLR fand nicht statt) mittlerweile so gut sind, dass eine Nachbearbeitung oftmals nicht mehr nötig wäre. Ändert aber natürlich nichts an dem Punkt, ob man das Bild für mehrere Zwecke benutzen möchte. Aber den Fall, der fehlerhaften Entscheidung in der Kamera halte ich für weniger relevant.
Schmidetzki 18:48 Uhr MESZ
Andi: Ja, JPG-s haben bei modernen Kameras eine gute Qualität. Und wem das in allen Fällen (!) ausreicht, für den ist JPG das Richtige. Wer aber nur eines von 100 Bilder in optimaler Qualität besitzen möchte, der muß RAW fotografieren.
Ich persönlich würde mich tot ärgern, wenn ich JPG fotografiere, und da ist zufällig das absolute Hammerfoto dabei, und ich habe kein RAW, um es zu optimieren. Da fotografiere ich vorsichtshalber lieber gleich alles in RAW. Für den Fall der Fälle ;-)
Ken sagt: RAW ist etwas für die "twiddler". Ich sage (genau so provozierend): RAW ist für diejenigen, die das optimale aus Ihren Fotos herausholen möchten und JPG ist für die Genügsamen unter uns.
JPG ist ausreichend, aber RAW ist besser. Und mich ärgert es, wenn Ken dies anders darstellt.
Edgar Müller 13:39 Uhr MESZ
über Oly-e.de bin ich auf diesen Bericht gestoßen. Ich habe bis vor einem Monat überwiegend nur JPG fotografiert habe, weil ich einfach die Arbeit gescheut habe. Und bei den wenigen malen, die ich in RAW fotografiert habe und dann die Bilder entwickelt habe, war ich über das Ergebnis sogar enttäuscht. Doch ich muß gestehen, dass dies einfach an meiner Faulheit lag. Es war mir zu viel Arbeit auszuprobieren was ich beim entwickeln der RAW alles aus den Bildern herausholen kann.
Im Juni war ich nun in einem Museum und habe dort fotografiert. Mit Stativ und ohne Blitz und weil mir bei den ersten Aufnahmen die Farben überhaupt nicht gefallen haben, egal wie ich den Weißabgleich eingestellt hatte, habe ich die Kamera umgestellt auf RAW und habe losgelegt. Was soll ich sagen! Zuhause angekommen habe ich die Bilder mit Photshop CS3 entwickelt und mir die Mühe gemacht, die Möglichkeiten auszuforschen. Wobei ich da jetzt auch noch nicht alle Möglichkeiten kenne. Aber die Ergebnisse sind so überzeugend, dass ich zwischenzeitlich nur noch RAW fotografiere.
Ich habe mich bereits geärgert, dass ich das nicht schon früher gemacht habe. Viele Fotos die ich im JPG Format aufgenommen habe wären ganz klar im RAW heute wesentlich besser.
Auch im Juni bei meiner Fotosession hatte ich das Problem der vollen Speicherkarte (4GB) und hatte deshalb in einem Museum wieder umgestellt und wieder in JPG fotogarfiert damit ich mehr Aufnahmen machen konnte. Aus diesem Museum habe ich nun zwei Sorten von Aufnahmen, eben JPG und RAW und die JPG Bilder bekommen ich nicht so geändert wie das mit den RAW möglich ist. Der Unterschied ist wirklich deutlich.
Als nächstes werde ich mir tatsächlich noch weitere Speicherkarten zulegen. Sie haben schon Recht, wie sie schreiben, dass man für Fotoausrüstung viel Geld ausgibt und dann spart man bei den Speicherkarten.
Ich finde Ihren Bericht sehr informativ und kann ihnen nur Zustimmen.
Gruß
edgar Müller
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Über die Illusion unbearbeiteter Fotos