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Wenn das mal nicht nach hinten losgeht

Google stoppt die Unterstützung des H.264 Videostandards in seinem Browser Chrome. Das im Namen von "completely open codec technologies".

Statt H.264 unterstützt Google demnächst nur noch den von Google selbst entwickelten und kontrollierten (und wenig verwendeten) Codes "WebM".

Allerdings sind die meisten Videos im Web mit H.264 codiert. Selbst die auf Googles Videoplattform YouTube. Chrome kann sie aber trotzdem anzeigen - über die fest in Chrome integrierte absolute NICHT offene Technologie "Flash".

Wie John Gruber richtig feststellt, betrifft das auch (bisher) nur Chrome. Das ebenfalls von Google entwickelte Mobile-OS Andriod spielt H.264-Videos direkt ab. Noch?

Was ist da im Gange? Nach dem Browser-Krieg nun der Flash/Video-Codec Krieg auf dem Rücken von uns allen? Ist das das "don't be evil" - Google?

Kommentare:

Timo M. 18:09 Uhr MEZ

Hallo Wolfgang,

der "Codec-Krieg" tobt ja schon länger durch das Favorisieren von H.264 seitens Apple und Microsoft. Und das zu Lasten der Browser(-Nutzer) die den Codec teuer zukaufen müssten. Wenn ein Schwergewicht wie Google einem anderen resp. freien Format den Vorzug gibt, kann das den Nutzern von Opera oder Firefox durchaus Recht sein.

Es ist freilich traurig, nachdem nun bei allen Browser-Herstellern die W3C-Definition von HTML und CSS als Standard anerkannt ist, es wieder versucht wird, Anwendern die Nutzung eines bestimmten Browsers aufzuzwingen, um eben Webvideos anzeigen zu lassen.

Ich bin gespannt wie's weitergeht und hoffe auf eine Lösung, die allen Nutzern zugute kommt...

Viele Grüße und ein schönes Wochenende
Timo

Wolfgang 23:49 Uhr MEZ

H.264 wird nicht nur von Appe und Microsoft unterstützt. Die meisten alles Vidoes - inklusive der von Google - sind so codiert. Lizensieren müssen h.264 meines Wissens nicht die User (wir), sondern die Browserhersteller. Und die zahlen das aus der Portokasse. Und gut für die "Offenheit" ist das absolut nicht. Es wird dazu führen, daß Videos mit Chrome, Firefox oder Opera faktisch nur noch mit Flash angesehen werden können. Und das alles andere als offene Flash wird unsere Rechner weiter gefährden. Wo bitte ist das gut für uns Internetnutzer?

Timo M. 12:24 Uhr MEZ

Nun, Flash wird uns sicher noch eine Weile begleiten. Nicht nur als Video-Abspieler, sondern auch als Plattform für Spiele und die sind ja momentan mehr als beliebt. Ich glaube auch, dass Adobe einige Kritikpunkte (speziell das schwer löschbare Flash-Cookie) bald aus der Welt räumen wird. Schließlich steht man momentan etwas unter Druck..

Opera, Mozilla & Co. streiten sicherlich nicht aus "religiösen" Gründen für eine Alternative, sondern werden sich die Lizenzen nur schwer leisten können.

Google hat zumindest angekündigt, die YouTube-Videos Stück für Stück nach WebM zu überführen, Hardwarehersteller haben ihre Unterstützung für WebM erklärt, selbst MS hält nicht eisern und ausschließlich an H.264 fest.

Sonderlich gut für den Nutzer ist imho weder ein teurer Codec noch Flash in seiner heutigen Form. Ein freier Codec bzw. Container (wie eben WebM), den jeder Browserhersteller in seine Software einbinden kann, scheint mir da schon attraktiver.

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